Tieffrequent: Der Gesang der Blauwale - tiefe Töne über grosse Distanzen
- rooslidebora
- 25. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Der Blauwal ist nicht nur das grösste Tier, das jemals auf der Erde gelebt hat, sondern erzeugt auch einen der lautesten Laute im Tierreich. Sein Gesang gehört zu den drittlautesten bekannten Tierlauten und liegt in einem extrem tiefen Frequenzbereich von etwa 10 bis 15 Hertz. Diese sogenannten Tiefenfrequenzen haben eine besondere Eigenschaft: Unter Wasser können sie sich über enorme Entfernungen ausbreiten – bis zu 1.000 Kilometer weit.
Vergleich mit dem menschlichen Hörvermögen
Der menschliche Hörbereich liegt bei etwa 16 Hertz bis 20.000 Hertz. Der typische Blauwalgesang mit 10 bis 15 Hertz liegt damit unterhalb der menschlichen Hörgrenze und ist nicht direkt hörbar. Blauwale erzeugen jedoch auch höherfrequente Laute bis etwa 100 Hertz, die unter günstigen Bedingungen als sehr tiefe, vibrierende Töne wahrgenommen werden können.
Die Lautstärke des Blauwalgesangs kann bis zu 188 Dezibel erreichen. Zum Vergleich: Geräusche ab etwa 120 bis 130 Dezibel gelten für Menschen bereits als schmerzhaft. Die enorme Lautstärke trägt wesentlich dazu bei, dass sich die Laute der Blauwale über grosse Distanzen im Ozean ausbreiten können.
Gesang und Nahrungsverhalten
Im Sommer verbringen Blauwale den Grossteil des Tages damit, nach Krill zu tauchen. Nachts, wenn sich der Krill verteilt, nimmt die Gesangsaktivität deutlich zu: Die Tiere singen dann teilweise bis zu 12 Stunden am Stück. Nach intensiver Nahrungsaufnahme und zu Beginn ihrer Wanderung nach Süden wurde beobachtet, dass Blauwale tagsüber deutlich häufiger singen als nachts. Nimmt das Nahrungsangebot ab, verringert sich auch die Gesangsaktivität insgesamt.
Kommunikation über grosse Entfernungen
Obwohl Blauwale häufig einzeln oder mit grossem Abstand voneinander beobachtet werden, deutet die enorme Reichweite ihres Gesangs darauf hin, dass sie akustisch miteinander in Kontakt stehen können. In der Forschung gilt der Gesang als Mittel der Fernkommunikation, etwa zur Kontaktaufnahme oder Orientierung während weiter Wanderungen. Dadurch dass sie diese extrem tiefen Frequenzen nutzen, können sie auch über weitere Distanzen unter Wasser miteinander kommunizieren: Manchmal sogar über eine Entfernung von über 1000 Kilometern!
Unterwasserlärm durch Schiffsverkehr
Zunehmender Schiffsverkehr stellt ein wachsendes Problem dar, da der dadurch entstehende Unterwasserlärm die tiefen Gesänge der Blauwale überlagern und ihre Fernkommunikation erheblich stören kann. Durch Temporeduktionen für Schiffe, angepasste Schifffahrtsrouten, leisere Schiffstechnik und internationale Schutzrichtlinien wird bereits versucht, den Unterwasserlärm und seine Auswirkungen auf die Kommunikation der Blauwale zu verringern.
Einer der besten Orte der Welt um Blauwale zu sehen liegt in Baja California.




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